Monday, 7. August 2006

Hoch in den Bergen... Cameron Highlands

Gruen und huegelig so weit das Auge reicht ... so hatte ich mir die Cameron Highlands in Malaysia vorgestellt, nachdem ich ein traumhaftes Foto im Guide entdeckt hatte.
(Da ich momentan keine Fotos online stellen kann, siehe hier

Mitfahrer gesucht und gefunden ....

Beim Aufladen meines Handyguthabens in einem Singtel/Shop fand ich sogar noch eine Mitreisende: Suzanna, eine "echte" Singapurianerin, die keine LUst mehr auf ihren Job hatte und sowieso schon immer in die Camerons wollte.
Ein bisschen mulmig war mir schon, da ich sie nicht richtig kannte.: Man weiss ja nie, wer so als Drogenkurier oder Schmuggler arbeitet ....
Was ich nicht wusste: ihr ging es aehnlich. Sie muss genauso ueberlegt haben, was ich wohl fuer eine bin :-)))).
Also brachte sie vor der Abfahrt noch ihre Schwester und ihre Mama mit, die mich beim gemeinsamen Essen neugierig musterten,ausfragten und schliesslich relativ beruhigt wieder nach Hause fuhren, waehrend Suzanna und ich in den Nachtbus stiegen.

An- und Unterkunft
Zum Glueck sind die Busse in Singapore und Malaysia ganz bequem, so dass wir die Nacht fast durchschlafen konnten. Aufgeweckt wurde ich um 6 Uhr morgens durch Blaetter, die ans Fenster des Busses schlugen. " Wo bin ich" ? es war stockfinster und man konnte nichts als die dunklen Palmblaetter sehen und spueren, dass der Bus die Serpentinen eines ziemlich steilen Berges hochfuhr.
So langsam wurde es heller und bald konnte man die immer noch dunklen Teehuegel sehen... Wunderschoen und es war tatsaechlich merklich kuehler geworden.

Fathers Guesthouse
Nach einer etwas chaotischen Ankunft fragten wir uns bis zum "Father's Guesthouse" durch.Das Anwesen war wohl frueher mal eine franzoesische Mission, dessen Haupthaus und wunderschoener Garten auf einem kleinen Huegel immer noch erhalten sind.
Spaeter - im zweiten Weltkrieg- wurde es von der britischen ARmee benutzt. Davon zeugen auch die halbrunden Baracken, die heute als Schlafsaal dienen.
Kurz, ein sehr netter Ort, um so richtig auszuspannen, zumal dort unheimlich viele Backpacker aus aller Herren Laender waren: eine Britisch-Japanerin (Eriko), jede Menge Schweizer, superwitzige Briten (fast alle haben ihren Job aufgegeben und touren durch Asien ) und sogar Wolfgang aus Muenchen, den ich spaeter nochmal treffen sollte.
Die meisten blieben -wie ich- im Schlafsaal, der ziemlich einfach, aber sehr gemuetlich war. Zumal es in den Cameroon Highlands auch sehr kuehl ist und man -endlich!!!- ohne AirCon schlafen konnte.

Wandern und so...
Ich habe die Abwechslung von der schwuelen Hitze sehr genossen: Endlich mal wandern ohne gleich durchgeschwitzt zu sein!
Den ersten Tag nutzten wir, um die ERdbeerplantagen zu besuchen: nicht wirklich lohnend wegen der Fruechte, da die ERdbeeren, nicht halb so gut schmecken wie in Deutschland und anscheinend fast ausschliesslich zu Marmelade und Tee weiterverarbeitet werden. Dafuer gewaehren die erdbeerfelder einen tollen Ausblick auf die Berge .

Auf den Erdbeerfeldern arbeiten , wie auf den Plantagen, uebrigens fast auschliesslich Arbeiter aus Indien und Bangladesh, fuer die es separate Unterkuenfte und zudem verhaeltnismaessig viele Hindu -Tempel in der Gegend gibt.

Ansonsten ist die Gegend sehr chinesich gepragt -- 60% der Bewohner der Cameroons sind Chinesen. Dementsprechend gibt es sehr viele chinesische Restaurants und Tempel.

San- Pho Tempel

Zu einem der Tempel sind wir auch gepilgert.... Das erste, was wir sahen, war eine riesige Menge Menschen, die fuer irgendetwas Schlange stand... Doch hoffentlich nicht fuer den Tempel ??? Nach warten war mir so gar nicht zu Mute...
Nein, die Leute standen vor einem kleinen Schrein Schlange, an dem offensichtlich ein Heiler war. Es wurden immer nur einige wenige zu ihm gelassen... die meisten mit offensichtlichen Gebrechen. Aber es half ihnen nichts, um zu ihm gelangen, mussten sie alle selbst die Treppe hochsteigen....und wieder heil hinunterkommen....
Wir gingen gemaechlich an der Menschenmasse vrobei zum richtig schoenen Sam-Pho/Tempel, der zu meiner Ueberraschung innen voellig mit Kacheln versehen war. Dafuer hatte er aber auch einige sehr schoene Tore und grosse, goldene Buddhas.

Die Atmosphaere war so andaechtig und ruhig, dass ich mich auf eine Bank niederliess und erst mal einschlief ....schoeoeoeoeoen....
Zum Abschluss liess ich mir noch mein Schicksal voraussagen und das funktioniert so:
Man schuettelt einen Becher, in dem ganz viele STaebchen drin sind, rhythmisch hin und her und versucht sich auf einen Wunsch zu konzentrieren.
Im Idealfall faellt dann ein Staebchen mit einer Nummer heraus....
ARg, ich habe mindestens 15 Minuten dafuer gebraucht und fast meinen Wunsch vergessen!
Aber dann hatte ich es geschafft: Nummer 22, schnell im Buch neben dem Altar nachgucken (sogar auf Englisch :-) ) und ??? dann stand da folgendes:

"Familie ist gesund und dein Glueck liegt im Westen... Verlorenes wird nicht wiedergefunden"

Soviel dazu.....

Friday, 28. July 2006

Abschied von der Arbeit

Mein letzter Tag im Singapore-Office begann mit einer kleinen Fahrt zum MOM, dem Ministry of Manpower, um dort meine Arbeitserlaubnis zurueckzugeben.

Olli, der Freund meiner Mitbewohnerin Marion, hatte mir freundlicherweise noch Hanutas und Haribos aus Deutschland mitgebracht. Dazu kaufte ich noch ein paar chinesische Leckereien (mit weissem und rotem Bohnemus gefuellt) in Chinatown in einm der kleinen Maerkte unterhalb der Hochhaeuser... dort haben die Leute bereits um 9 Nudelsuppe und Schweinefleischeintopf gegessen.....In dieser STadt wird einfach immer nur gegessen!!!

Kaum im Buero angekommen, wurde ich mit Kuchen empfangen, den Jimmy fuer Nikis und meinen Abschied gekauft hatte, so dass es quasi an jeder Ecke des Bueros etwas zu naschen gab ... Niki ist einer der Kollegen, der durch Zufall am gleichen Tag Abschied nahm wie ich - er und seine amerikanische\-schweiyerische Freundin sind beide grosse Brettspielfans und vertreiben sogar ihre eigenen Spiele. Die beiden sind mir sehr ans Herz gewachsen, zusammen haben wir einen Brettspielnachmittag und einen abend bei der Night Safari verbracht....

Da auch am letzten TAg sehr viel ARbeit anlag, war ich noch gar nicht so richtig auf Abschied und Haendeschuetteln, geschweige denn Wehmut, eingestellt... Aber so langsam kommt das Bewusstsein, dass ich die meisten fuer eine WEile erst mal nicht mehr sehen werde.

Um 6.30 begann der angenehme Teil des Abschieds: Essen gehen!
Aber ohne Fleiss kein Preis, zuerst hiess es den richtigen WEg zum REstaurant am anderen Ende der STadt finden und -was noch viel schwieriger war- einen Parkplatz... Eine wahnsinnige Odyssee>
Wir fuhren in einen Strasse des Parkplatzes, um ein Fleckchen zu finden. Dort wartete schon ein weisses Auto, dessen spindelduerre Beifahrerin uns zurueckwinkte, da es keine Parkplaetze mehr gaebe. Aber da war es schon zu spaet: Hinter uns draengten sich bereits 3 Autos und es kamen immer mehr. Nach ein paar Manoevern im Rueckwaertsgang hatten wir es wieder nach draussen geschafft, aber das arme Paerchen im weissen Auto wird wohl bestimmt 1 Stunde dort gewartet haben, bis auch der letzte Autofahrer kapiert hat, dass es wirklich keinen Platz dort gibt.

Dann ging endlich das koreanische BBQ los> mit Rindfleishc, Tofu, allerlei Gemuesesorten, inklusive Kimchi, eingelegtem Kohl mit ganz viel Chilli und seeehr leckeren koreanischen Pfannkuchen.
MMMMhhhh, eine leckere Entschaedigung fuer das, was danach kommen sollte: Karaoke....

Es fuehrte kein Weg daran vorbei, zu zehnt draengten wir uns in den kleinen Raum und dann ging es Schlag auf Schlag: schmalzige chinesische Liebeslieder, englishce und koreanische Songs. Ich glaube, wir waren gar nciht so schlecht, aber so richtig gut auch nicht, bis auf Gyeun-Young und Hyun-Joo, zwei koreanische Kollegen, die wunderschoen singen konnten und angeblich seit Jaaaaaahren nicht mehr gesungen haben *jaja*. Aber auch die Jungs, allen voran Jimmy, Dave und Mathias gaben ihr bestes, so dass es ein richtig netter Abschied wurde....
Erst, als wir im Auto nach "Hause" sassen, wurde mir so richtig bewusst, dass der Abend ein Abschied war ... ein Abschied von sehr netten Kollegen, die nie um eine Antwort verlegen waren, mich mit den besten Essenstipps versorgten, mir aushalfen und immer Zeit fuer einen kleinen Plausch hatten ... wie schnell die 4 Monate vergangen sind....

Wednesday, 26. July 2006

Hungrige Geister

*Seufz*
Die letzte Woche auf Arbeit ist schon fast vorbei, noch ein paar Wochen bis zur Rückreise nach Deutschland ...
In den letzten Tagen habe ich auf dem Weg nach Hause öfter Leute gesehen, die auf der Straße oder in der Fußgängerzone hockten und Papier und sogar Plastik verbrannten.

An sich nichts ungewöhnliches, schließlich habe ich einen chinesischen und einen indischen TEmpel direkt um die Ecke vom Apartment und dort riecht es öfter mal etwas verbrannt ...
Aber als ich morgens auf Weg zur Arbeit auf einem noch leeren Markt Überreste von Räucherstäbchen sah, die in Gurken gesteckt waren, und auf dem Platz neben unserem hauseigenem Swimming Pool (ja, ich weiß, wir sind verwöhnt...) dem Gestank nach ein weiterer Müllberg verbrannt wurde, machte ich mir doch schon Gedanken, WARUM das Ganze stattfindet.

Die Antwort lautet : Die Geister sind hungrig, denn es ist gerade Hungry-Ghost-Festival (auch verwandt mit O-Bon-Matsuri in Japan), dem Vernehmen nach eine buddhistisches Fest.
Die Geister und Seelern verstorbener Verwandter kehren zurück nach Hause und bringen dabei jede Menge Hunger mit.
Den lieben Geistern zum Gruß wird Essen dargereicht (ob ihnen Gurken wohl reichen...?) und - da haben wir's!- es wir Höllengeld verbrannt, um Götter sowie die Geister willkommen zu heißen und zu ehren.

Mittlerweile weiß ich auch, was die chinesischen Geschäfte rund um die Tempel in unserer Nähe verkaufen: eben diese Höllengeld und weitere nette Gegenstände, die man als Geist bestimmt gut gebrauchen kann; z.B. Anhänger, Schuhe, ...
Mal sehen, vielleicht werde ich mein nächstes Eis werde auch mit einem Räucherstäbchen versehen an den Straßenrand stellen ....

Wie lange die Geister noch hungrig sind, habe ich nocht nicht herausbekommen, aber Fensteröffnen ist bis dahin wohl nicht angesagt ;)

Friday, 14. July 2006

Taiwan - July 8-12

Ich hatte mir eigentlich nicht so viele Hoffnungen gemacht, dass ich die Tochtergesellschaften auch vor Ort sehen kann...

Aber als ich vor einigen Wochen mit meinen beiden Projektleitern Arnd und Jimmy über die Präsentation der Ergebnisse für Taiwan sprach, schlug Arnd vor, mich für die Präsentation vor Ort auch mitzunehmen ;). Nach einigen Tagen Wartezeit kam dann das OK vom Marketingleiter und ich durfte tatsächlich mit nach Taiwan !

Mein erster Businesstrip (obwohl , eigentlich war das ja schon die Fahrt nach Singapore....) ging am Samstag los....
Um 12 traf ich Jimmy und Arnd am Flughafen Changi und dann ging’s mit Singapore Airlines Richtung Taipeh – ob ihr’s glaubt oder nicht, mein Kollege hat sich sogar fast noch entschuldigt, dass wir den 5-stündigen Flug nicht in der Business Class verbracht haben .. wie schade ;-p, aber doch total egal, wenn das Ziel stimmt. ....

Und das war der Chiang-Kai-Check-Flughafen, wo wir von einem Fahrer unsers Hotels in Empfang genommen wurden. Irgendwie komisch, sich keine Gedanken um irgendetwas machen zu müssen.

Die Fahrt vom Flughafen zu unserem Hotel in Taipeh dauerte ca. 1. Stunde, genug Zeit für ein paar erste Eindrücke:

Der erste Teil der Strecke führte durch ein Industriegebiet: Alles sah nur halb fertiggestellt, aber irgendwie auch etwas heruntergekommen aus und die Gebäude haben mich sehr an Eisenhüttenstadt und den Teil der Frankfurter Allee erinntert, der früher Stalinallee hieß ... natürlich waren überall chinesische Zeichen, ich habe so gut wie kein Englisch zu sehen....
Dann wurde es etwas bergiger, lauter mit dunkelgrünen Wäldern bewachsene gipfel tauchten vor und neben uns auf und ein paar Tempel (oder so) waren auch zu sehen.
Und dann sahen wir auch ein bisschen von der Stadt. „Taipei 101“, das mit 508 m angeblich höchste Gebäude der Welt war auf jeden Fall nicht zu übersehen - es sieht aus wie Bambus ... richtiggehend hübsch.
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Nach der Ankunft habe ich erstmal mein Zimmer in Augenschein genommen, es war das erste Mal, dass ich in so einem Hotel übernachtet habe; mit großem Badezimmer, Schreibtisch und netter Aussicht auf die Rückseite der anderen Wohnhäuser, die Berge in der Ferne, startende und landendene Flugzeuge und ein Riesenrad .....

Da es schon abends war, beschlossen wir auf einen der vielen Nightmarkets zu fahren, um ein bisschen Atmosphäre zu schnuppern.

Schnuppern konnte man die Atmosphäre ziemlich gut, gleich am Anfang des Markts gab es einen Stinky-Tofu-Stand....
Stinky oder smelly tofu ist eine Spezialität Taiwans und der Name sagt eigentlich schon alles. Er riecht einfach nur widerwärtig!
Eigentlich hatte ich mir ganz festgenommen, diese Leckerei zu kosten, aber der Gestank brachte mich nicht näher als 2m an den Stand heran ....
Bloß schnell weg ... zu den unzähligen Jeans-, Schuh- und Parfümläden- und –ständen ... zügig vorbei an den Uhrenständen, wo die Verkäufer (wie in Singapur) zum Beweis der Qualität mindestens 3 Wecker auf Daueralarm gestellt hatte ...
Ein irrwitziger Lärm, jede Menge Menschen, die auf uns zu und an uns vorbei strömen ... auch jede Menge kinder, die sich um die Stände scharen, wo man aus Plastikbecken kleine Schildkröten und Fische fangen kann – und das um 11 Uhr nachts....

Zu essen gab es HotPot –sowas wie taiwanesisches Fondue – da ich leider kein taiwanesisch kann, weiß ich nicht so ganz genau was drin war. ... ich glaube, aber dass es Tofu war ...auf jeden Fall schaaaarf --naja, überlebt habe ich’s ;)
Nach erfolgreichem Einkauf (Parfüm, Schuhe für Arnd, Hosen für seinen Sohn ) und einer Tee-Test-Runde gings zurück ins Hotel und endlich ins Bett....
Hot-Pot-in-Taipei

Sonntag
Eigentlich hatten wir ja ein bisschen für die Arbeit zu tun, aber zumindest den halben Sonntag hatten wir für Sightseeing eingeplant . John, ein amerikanischer Kollege in Taiwan, hatte uns ein Besichtigungsprogramm zusammengestellt:

Zuerst fuhren wir (Arnd und ich) zum Chiang-Kai-Check-Memorial , einer riesigen, monumentalen Stätte zum Andenken an Chiang-Kai-Shek ( mehr über den „guten“ Mann: http://de.wikipedia.org/wiki/Chiang_Kai-shek ), die mit ihren blauen Dächern auf den ersten Blick nicht nur sehr chinesisch, sondern auch sehr alt aussieht. Aber das täuscht: sie ist nicht viel älter als 25 Jahre… Der ganze Komplex besteht aus einem Park, in dem 2 Kulturstätten, die auch täuschend nach alten Tempeln aussehen und einer riesigen weißen Gedenkgebäude, in dessen oberem Teil eine riesige Halle ist, in der sich widerum eine sehr große Statue von Chiang-Kai-Shek befindet.
Gerade als ich überlegte, aus welchem Grund uns John hierher geschickt und den Wachwechsel empfohlen hatte, sah ich warum: 3 Soldaten marschierten in die nach Norden offene Halle ein und wechselten mit ihren Kollegen. An sich unspektakulär, zumal ich nicht soviel fürs Militär übrig habe… aber dann ging’s los: Zuerst knallten sie ihre Gewehre rhythmisch auf den Boden und dann wirbelten sie sie mindestens 15 min synchron (!) um ihre Arme, ihren Körper und durch die Luft - und das ohne (hörbare) Musik . Fast ein wenig gespenstisch, aber auf jeden Fall sehr beeindruckend….Auch wenn die Halle offen war, wir bekamen an unserem Platz so wenig Wind ab, dass wir nach der „Vorführung“ völlig durchgeschwitzt waren und froh waren, über das weitläufige Geländer zur MRT (der Bahn) spazieren zu können.
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Die brachte uns usnerem nächsten Ziel etwas näher: dem National Palace Museum.
Was das ist? Meines Wissens eine der größten Ausstellungen (gesamt-)chinesischer Kunst und Geschichte, die es so nicht einmal in China zu sehen gibt. Einfacher Grund dafür: Das Museum war ursprünglich in China, ist aber während des zweiten Weltkriegs
nach einer abenteuerlichen Odysee in Taipeh gelandet ….
Die Ausstellung umfasst wohl so viele Stücke, dass erstens nie alle gleichzeitig ausgestellt werden und sie zweitens ständig umgebaut wird. Manche Stücke sollen wohl nur alle 10-15 Jahre zu bestaunen sein ....
Wir schnappten uns einen AudioGuide und folgten John’s Empfehlung uns das Porzellan anzusehen:

Stellt euch vor, ihr steht vor über 1000 Jahre alten, chinesischen Vasen und Schüsseln und denkt: „Hab ich das nicht schon mal bei Ikea gesehen…?“ Das erstaunlichste war für mich, wie banal das Geschirr aussah, man hatte das Gefühl, bunt verzierte Schalen schon tausendmal gesehen zu haben … „und das soll so toll sein?“ Die Beschreibungen der Dynastien und der Kaiser gab es zwar auf auf Englisch, aber das sagte mir überhaupt nichts: Ming, Qu’ing, Hü-an .... Es war wirklich, wie in eine fremde Welt abzutauchen und für die ganzen Leute um uns herum wahrscheinlich ganz normal.

Aber auch ohne die Texte eingehend zu studieren, konnten wir dort fantastische Meisterwerke bestaunen: Ganz besonders beeindruckt haben mich ein beheizbarer Tuschestein, ein täuschend echtes Stück Fleisch und ein Salatblatt mit Grashüpfer aus Jade und ein Boot, das aus einem Olivenkern geschnitzt war, auf dessen Unterseite zudem ein chinesisches Gedicht festgehalten war....
Fotos waren da leider nicht erlaubt, und damit das keiner der Besucher vergisst, hat das Museum eigens dafür Wärter, die mit einem Schild, auf dem eine durchgestrichene Kamera zu sehen, durch die Ausstellungsräume laufen – da hat’s mir ja schon ein bisschen in der Hand gezuckt....

Gediegen essen

Nachdem wir innerhalb von knapp 2 Stunden ca. 8000 Jahre chinesischer Geschichte auf uns niederprasseln haben lassen, wurde es Zeit für eine Stärkung. Auch daran hatte unser Kollege gedacht und uns ein Restaurant im Grand Hotel empfohlen.

Der Name des Hotels ist ziemlich zutreffend, das Haus ist einem riesigen 14-stöckigen chinesischem Palast nachempfunden, mit ebenso riesigen roten Säulen und allem erdenklichen chinesischen Schnickschnack... Wenn man durch Taiwan fährt, kann man das Hotel gar nicht übersehen...Liegt direkt an einem dunkelgrün bewaldetem Berg und gewährt natürlich einen fantastischen Ausblick auf Taipeh.
Gegessen haben wir Dim-Sum, Teigtaschen und Reiskuchen – seeehr lecker. Der Tee – Iron Goddess- war eben so lecker, nur leider habe ich nicht herausbekommen, was das für ein Tee war.
Grand-Hotel

Zum Abschluss entschieden, wir uns noch zum Märtyrerschrein hinüberzufahren (bei der Hitze ein sehr passender Name), ein netter Taiwaner namens Ben hat uns in seinem Auto mitgenommen, denn Taipeh ist mindestens genauso fußgängerunfreundlich wie Singapore.
Ein sehr netter Tempel/Schrein/wasauchimmer ... nur war die Hitze doch sehr groß, so dass wir sehr froh waren, wieder ins klimatisiserte Hotel zurückzukehren und für das WM-Finale vorzuschlafen.
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Am Montag hieß es dann richtig arbeiten (obwohl wir nachts noch aufwaren, um das WM-Finale zu gucken und in Arnd’s Geburtstag hineingefeiert haben), um die Präsentationen für Dienstag vorzubereiten ...
Aber für eine zünftige Geburtstagsfeier am Abend hatten wir dann doch Zeit: Es ging in ein echtes japanisches Restaurant, wo sogar die karte auf japanisch war: schön für mich, weniger schön für Arnd und Jimmy, aber mit Hilfe des Restaurantbesitzers haben wir dann ein nettes Menü zusammengestellt:
Shabu-shabu (Rindfleisch-Fondue), Sashimi, Sushi, ein ganz gebratener Fisch, dessen Kopf inklusive Augen Jimmy vorzüglich geschmeckt hat und natürlich warme Sake...

Der Dienstag war komplett für die Präsentationen reserviert, was sehr spannend für mich war: zu sehen, wie Amerikaner, Deutsche und Chinesen/Taiwanesen auf Kritik bzw. Empfehlungen reagieren – die Reaktionen reichten von Dankbarkeit, Trotz, versteckter Ablehnung bishin zu Resignation. Am Ende waren wir alle froh, dass es erstmal vorbei war... Arnd verabschiedete sich wieder Richtung Berlin, Jimmy hatte noch einen Termin, also hatte ich ein bisschen freie Zeit, um feststellen zu können, dass mein Laptop nicht mehr funktionierte ;-(((((.

Irgendwann kam Jimmy wieder zurück und wir entschlossen trotz der Müdigkeit zu einem weiteren Night-Market- Besuch,
wo ich dann endlich Stinky Tofu probieren durfte. Und es schmeckt tatsächlich gar nicht so schlecht, wenn man es erst mal geschafft hat, den Geruch zu ignorieren.

Vor dem Rückflug Mittwoch mittag machten Jimmy und ich noch einen kurzen Abstecher zum Taipei 101, dem wohl noch immer höchsten Gebäude der Welt mit dem schnellsten Fahrstuhl der Welt.
Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich die ganzen Rekorde nicht so beeindruckend fand. Wahrscheinlich macht es ab einer bestimmten Höhe keinen Unterschied mehr, die Häuser und Autos unten sehen immer noch ungefähr genauso klein aus. Einen schönen Ausblick hatten wir dennoch vom 508m hohen Bambusstab, obwohl sich so langsam dicke, weiße Wolken in unsere Sicht drängten. Kaum waren wir auf der Außenplattform, fing es dann auch an zu regnen, was aber nicht störend, sondern eigentlich sehr schön war, zumal der durch die Metallstäbe pfeifende und tönende Wind dem Namen Taipei („Nordwind“, wenn ich das richtig übersetze) alle Ehre machte.

Und dann gings wieder auf zum Chiang-Kai-Shek-Flughafen, um letzte Souvenirs und Kekse für Kollegen und die Familie kaufen und über eine letzte Besonderheit Taiwans zu stolpern, die ich bisher noch gar nicht erwähnt habe: Überall auf dem Flughafen begegnet man Stewardessen von China Airlines, aber blickt man auf die Anzeigetafel, gibt es keinen einzigen Direktflug nach Festlandchina. Jeder, der von Taiwan nach China will, muss über andere Städte wie Hongkong fliegen. Erst letzte Woche gab es wohl einen der ersten Direktflüge zwischen den beiden Ländern nach mehreren Jahrzehnten ! (Kommt einem doch irgendwie bekannt vor....)

Auch in Taiwan lasse ich einen großen Koffer voller Wünsche zurück: Ich hätte gerne in einer der kalten Quellen gebadet, das Meer gesehen, mehr Tempel und vor allem den Süden und das Zentrum Taiwans sehen wollen.
Auf jeden Fall bin ich meinen Kollegen sehr dankbar, dass sie mir diesen Einblick in chinesische/taiwanesische Kultur und Arbeitsweise ermöglicht haben !

Friday, 7. July 2006

Hier wird auch gearbeitet....

Bei all den Wochenendunternehmungen, die ich hier so beschreibe, geht vielleicht manchmal unter, dass ich hier ja eigentlich zum Arbeiten hier bin.

Und das nicht zu knapp, die Arbeitszeiten in Singapur gehören zu den längsten in Asien ... Wenn ich um 7 oder 8 nach Hause fahre, bin ich auf jeden Fall nicht die Letzte im Büro.
Dafür ist das Projekt, an dem ich arbeite, interessant und spannend, wenn auch sehr fordernd:
Momentan besteht es darin, Vertriebsdaten aus verschiedenen Ländern zu sammeln und zu analysieren, also Arbeiten mit ziemlich vielen Excel- und Powerpoint-Dateien ...

Da ich ja in der regionalen Zentrale für Asien-Pazifik arbeite, kann ich gleich mehrere Ländern von der Vertriebsseite her kennenlernen, z.B. Thailand und Australien, Korea, Philippinen und Taiwan. Im Übrigen lernt man so auch zumindest ein wenig die Auffassung der Länder von „Business“ kennen oder begreift, wie unterschiedlich die Handhabung von Terminen in den einzelnen Kulturen ist.
Bei den Kollegen aus Philippinen, z.B. bin ich immer verwirrt: Einerseits sind sie unheimlich motiviert und stolz und schreiben von ihrer Begeisterung für das Projekt. Andrerseits warten wir immer ewig auf unsere Daten und ohne nochmaliges Nachhaken kommt selten eine Antwort ... und das, was wir an Daten abfragen, bekommen wir selten zurück...
Eine der letzten Mails von den philippinischen Kollegen, die offenbar sehr katholisch sind, hat mich zum Lachen gebracht:
Sie baten um eine weitere Verlängerung des Abgabetermins mit folgenden Worten „ We hope we will be able to provide you with the required data as soon as possible. God bless you“ ....;)

Sunday, 2. July 2006

Fotos!?

Das mit Dem Foto-Upload klappt leider noch nicht, wird nächste Woche behoben.... Versprochen!

Das Titel-Foto zeigt übrigens Malaysia von der singapurianischen Grenzkontrolle aus gesehen....

Bangkok (Jun 23-26)

Schon vor Wochen hatte ich den Flug nach Bangkok gebucht und mich riesig drauf gefreut... mein erstes Mal Thailand....
Da alleine reisen nicht so viel Spaß macht, hatte ich meine Freunde Caroline und Will überzeugen können, mitzukommen – war aber auch nicht schwer, weil beide- so wie ich – noch nie da waren und wirklich JEDER einem eine Reise dorthin empfiehlt.

Nach nur 2 Stunden Flug bin ich Freitag abends angekommen...

Jeder Reiseführer warnt davor, ein Taxi ohne Taxameter zu nehmen, weil die wohl völlig überteuert sind...
Ich habe die sichere Variante, einen Touristenbus genommen, was nur einen kleien Nachteil hatte: Wir haben dank eines Megastaus fast 2 Stunden ins Zentrum gebraucht!
Aber wenigstens Zeit genug für erste Eindrücke und Beobachtungen:

1.Stau ohne Ende und totales Verkehrschaos:
Motorräder, Tuk-Tuks (offene Motorräder mit Sitzen für 3 Leute hinten, die ordentlich stinken und Lärm machen, woher bestimmt auch ihr Name kommt), Busse und Taxis quetschen sich durch teilweise sehr enge Straßen und machen dazu einen Riesenlärm...Singapur ist ein Dorf dagegen....und irgendwie kommt man als Fußgänger häufig zu kurz....

2. Der König ist überall!
Egal, wo man hinguckt, es gibt immer altarähnliche Schreine mit Riesenfotos, die ihn und seine Familie darstellen. Er hat offiziell keine wirkliche Macht, bestimmt aber de facto einen großen Teil alleine durch seinen Einfluss...
Wenn man am Königspalast vorbeikommt, fährt man einen Riesenboulevard entlang, der nachts beleuchtet ist – es sieht aus, wie Unter den Linden zu Weihnachten... ich fands trotzdem schön... der Kommentar der Thais dazu: „All for the King“ – der König hat nämlich vor ein paar Wochen seinen Geburtstag gefeiert...Mit Flussrundfahrt, riesigen Festlichkeiten und allem drum und dran....

2.Irgendwie habe ich mir Bangkok anders vorgestellt, nicht so westlich und modern... Zwar sieht man überall goldverzierte Tempel, aber all das zwischen Hochhäusern und hypermodernen Bahnlinien und Brücken, so richtig traditionelles, dörfliches Flair konnte ich nicht finden... Aber ist vielleicht auch nicht anders zu erwarten, bei mehr als 8 Millionen Einwohnern ;-)


Als kurze Zusammenfassung, meine Highlights in Stichworten:


Sightseeing am Samstag:


•Königspalast (goldene Kuppeln, und so... und wenn man an der Mauer innen lang geht, kann man sich ein komplettes Drama in Bildern angucken, mit Affenmenschen, Elefantenfischen und riesigen Monsterfrauen mit noch größeren Brüsten, die gerade Affenmenschen verspeisen...)

•Emerald Buddha (ein grüner Buddha, der unheimlich verehrt wird)

•Wat Pho (ein riesiger, liegender goldener Buddha, der sich so richtig schön hinlfläzt)

•Golden Buddha
(eine 5m hohe komplett! goldene Statue, die jahrhundertelang unter einer Stuckschicht versteckt war, bis man sie aus Versehen mal fallen ließ und ihren wahren Wert von ca. 15 Millionen € entdeckte)

•Chinatown (lauter, hektischer und chaotischer geht’s kaum noch

•Eine Fahrt mit der Faehre auf Bangkoks Chao Phraya River (dreckig, aber eine schoene Moeglichkeit, sich die Stadt anzusehen)

•Banyan Tree Hotel: Fantastischer Ausblick auf die Stadt von der Bar auf dem Dach im 60. Stock .... Sonnenuntergang gab“s wegen Bewölkung keinen... dafür ein wunderschönes Gewitter, das wir so langsam herankommen sehen und FÜHLEN konnten: Die Luft war derart aufgeladen, das uns allen die Haare zu Berge standen....


Sonntag war Einkaufstag und zwar in Chattuchak, dem Wochenendmarkt:

Hier gibt es alles: Bücher, Musikinstrumente, Gartenmöbel, Motorräder und natürlich Klamotten....
Normalerweise der beste Ort, um sich einen netten Hitzschlag zu holen...leider/zum Glück hat es den ganzen Tag geregnet, so dass der markt teilweise überflutet war.

Ich habe den Großteil der Zeit damit verbracht, ziemlich erfolglos vor dem Wasser zu flüchten und Caroline und Will wiederzufinden (der Markt ist wirklich riesig...). Am Ende war es mir egal und ich habe einfach pitschnass und mit Schuhen, die sich durch die ständige Bewässerung fast aufgelöst hatten, Sachen anprobiert....

Klingt vielleicht ziemlich trostlos – war es z.T. auch- aber als dann abends endlich wieder die Sonne schien, war die Welt schon fast wieder in Ordnung....
Zu dritt haben wir leckeres Thai Essen ausprobiert (Hühnchen, Kokosreis, Nudelsuppe, Chilli....) und gegenseitig unsere Einkäufe bestaunt (T-Shirts, Ketten, Taschen...)
Für westliche Touristen –wie unsereiner- ist Bangkok ziemlich erschwinglich... so ein vollwertiges Mahl mit Getränk kriegt man für ca. 1€ und viel teurer sind die meisten T-Shirts und Oberteile auch nicht...
Obwohl die meisten Händler, sobald sie jemanden, der so offensicthlich Ausländer ist wie ich, gerne einen Bonus raufschlagen und man selten den Preis bekommt, den Einheimische bezahlen....

Meine ganz besonderen Highlights

1.Thai-Massage:

Wer nur ein bisschen Zeit in Bangkok frei hat und sich keine Massage gönnt, ist selber schuld.
Für ca. 5€ eine Stunde geknetet zu werden ist ein echtes Erlebnis :
Zuerst zieht man seine Sachen aus und schlüpft in so eine Art blauen Schlafanzug sieht ein bisschen nach Nervenheilanstalt aus....-
Dann werden einem die Füße gewaschen und dann gehts so richtig los:
Beine, Arme, Schultern werden ver- und entknotet und mehr oder weniger sanft von den Händen und Füßen (!) der Masseurin behandelt.
Es war unheimlich entspannend, aber auch sehr lustig, weil neben mir Will, Caroline und ihr Freund Tim lagen und ich sehen konnte, was mit ihnen geschah und mir vorstellen konnte, was mit mir gemacht wird. Irgendwann stand die zierliche Thailänderin sogar auf mir drauf und trat mir sanft auf dem Rücken und den Oberschenkeln herum.....
Witzig, aber gut!
Nur wer das Geräusch von knackenden Knochen nicht mag, sollte eine Thaimassage vielleicht nicht wagen.
Für mich persönlich war es eine wundervoll entspannende Stunde, zumal es draussen gerade anfing zu stürmen und wir drinnen das Gewitter zwar hören konnte, aber ausnahmsweise mal trocken geblieben sind !
So entspannt war ich schon lang nicht mehr ....

2.Was machst Du denn hier?

Mein absolutes Highlight war aber das Treffen mit einem Wesen, das ich absolut gar nicht in Bangkoks chaotischem Backpacker-Viertel und Rotlicht-Touristen-Gegend Khaosan erwartet hätte.
Gleich an meinem ersten Abend bin ich mit Tim, einem Freund von Caroline und Will, der in Thailand arbeitet in den lauten, bunten Straßen, die voll mit Straßenhändlern und Motorradfahrerern und natürlich Touristen waren, spazieren gegangen.

Plötzlich war da etwas neben mir, das nicht so ganz in eine viel befahrene Straße hineinpasste: ein kleiner ELEFANT streckte gerade seinen Rüssel nach mir aus!

Er hatte sich natürlich nicht verlaufen, seine Besitzer führten ihn herum und man konnte ihn gegen einen sehr geringen Obolus mit Zuckerroher füttern.
Die Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ein bisschen mulmig war mir ja schon, aber der Elefant hatte mir das Essen in null-komma-nix aus der Hand gefressen, keine Zeit also, um Panik zu schieben
War wohl nicht so sättigend, da er dann auch gleich Interesse an meiner Kamera hatte....;-)
Ich habe ihn dann noch eine Weile gestreichelt und hatte noch lange, nachdem er mit seinen Besitzern zu den nächsten entzückten Touristen gewandert war, ein breites Grinsen auf meinem Gesicht ;-))))))

FAZIT
Ich würde am liebsten jede einzelne Minute meines Bangkok-Aufenthalts beschreiben... eine faszinierende Stadt, die anstrengend und nervenaufreibend, aber auch einfach nur wunderschön sein kann....
Und eine interessante Abwechslung zum sauberen, ordentlichen, 99%-sicheren Singapur ist....

3 Tage sind definitiv zu kurz, um die Stadt gedanklich überhaupt fassen zu können und ich hoffe, dass ich dort noch einmal hinfahren kann....
Als Souvenir habe ich mir übrigens u.a. ein „ Ich liebe den König“-T-shirt gekauft (steht natürlich nur in Thai drauf  ), das tragen wirklich alle thailändischen Einheimischen dort....

Viele Thais sagen, dass Bangkok so westlich und großstädtisch ist, dass es gar nicht mehr richtig Thailand ist... das mag zwar stimmen, aber die Aspekte der Kultur, die ich sehen und erleben konnte, haben echt Lust auf mehr gemacht....

Auf Wiedersehen, Thailand – hoffentlich bis bald wieder !

Saturday, 1. July 2006

June 16-18: Malakka oder Wie man eine Erkältung auskuriert...

Trotz triefender Nase und kaum vorhandener Stimme bin ich um 6.30 aufgestanden, um –bezahlt ist bezahlt- mit dem Bus nach Malakka zu fahren, einer kleinen Stadt irgendwo zwischen Singapore und Kuala Lumpur.
Die Stadt ist immer noch berühmt, zumindest ihr Name, denn die Straße von Malakka ist –auch heute - eine der berüchtigsten Seerouten, wo es sogar (moderne) Piraten gibt....

Mit dem Bus soll man angeblich nur 4h dorthin brauchen, wir haben inkl. Verspätung 7.30 h gebraucht! Liegt vielleicht auch daran, dass gerade Schulferien in Singapur waren und die Grenze derart voll war, dass wir allein für das Warten vor der Grenze und die Passkontrolle (ach, wie schön schnell geht es doch in Europa) mindestens 2 Stunden gebraucht haben.

Kaum waren wir mit dem Bus in Malaysia, kam der Busfahrer auf die gute Idee, die Klimaanlage etwas wärmer zu stellen – so dass ich wenigstens einen von 2 Pullovern und die dicken Socken ausziehen konnte ....
Um so schöner, aus dem bus zu steigen, und die warme sonne zu genießen! und im nächsten Augenblick vor den herannahenden Autos zur Seite zu springen ; sowas wie in der Spur fahren scheint es dort nicht zu geben.... herrlich, eine nette chaotische Abwechslung zu Singapur.

Nach der Ankunft bin ich sofort in die Jugendherberge, eine der schäbigsten Kaschemmen, die ich jemals gesehen habe und dazu noch in so einer Art Rotlichtviertel gelegen... Was soll’s – bei 4€ pro Nacht? Einzelzimmer hatten sie keine mehr, dafür einen Schlafsaal mit nichtfunktionierender Klimaanlage (versteht sich von selbst , dass das vorher keiner gesagt hat ;-), den ich dafür ganz für mich hatte.

Wissend, dass mir noch weniger als 24 Stunden bis zur Rückfahrt bleiben würden, bin ich sofort in Zentrum aufgebrochen:
Malakka war ursprünglich portugiesisch, dann holländisch (oder umgekehrt) und zum schluss englisch, hat aber auh eine große chinesische gemeinde, die zwar weitgehend assimiliert sind, aber sich doch einiges an eigentständiger Kultur bewahrt hat.

Demzufolge ist Malakka auch eher eine westlch-chinesische Stadt, klein und übersichtlich und gut zu Fuß zu entdecken.... Es gibt auch jede Menge bunte Trishaws mit wilder Musik – sehen ziemlich hippiemäßig aus.

Schön fand ich den Berg, auf dem noch die Reste einer alten portugiesischen Kirche stehen, die dann holländisch wurde und zum Schluss von den Engländern fast dem Erdboden gleichgemacht wurde.... Siehe Fotos (mehr in der Gallery)....


Chinatown ist –im Gegensatz zu anderen asiatischen Städten- so richtig gemütlich zum schlendern, wie immer stehen hindutempel, moscheen und chinesische tempel friedlich nebeneinander... abends bauen die ganzen straßenhändler ihre stände auf: von ananastörtchen über silberketten bieten die so ziemlich alles feil... Auf der Suche nah einem schönen Hemd habe ich dann einen belgier getroffen, der widerum bei der UNEP in Nairobi arbeitet.
Nach einer kurzen Unterhaltung hatte er mich davon überzeugt, ins portugiesische Viertel zu fahren, wo es angeblich noch einige Nachfahren der ersten Siedler geben soll, die noch immer (Alt-)Portugiesisch sprechen...
Um es kurz zu machen, es gab dort- trotz anderslautender Speisekarte- weder portugiesisches Essen noch irgendwelche Portugiesen....Wir haben uns dann mit echten, absolut nicht-portugiesischen Muscheln begnügt, uns unterhalten und Fußball geguckt: Portugal gegen Iran oder so.... ist doch auch was....

Irgendwann gegen 11 fiel mir meine Erkältung wieder ein und wir sind wieder zurück ins Zentrum , wo ich in meiner shönen Kaschemme eine tolle heiße Nacht verbracht habe. Aus irgendwelchen Gründen war die Hitze aber wohl ganz gesund für mich, so dass ich regelrecht erholt aufgewacht bin.

Die letzten paar Stunden in Malakka habe ich dann einen Tipp aus meinem Reiseführer verfolgt: Wah Aik, ein traditioneller chinesicher Schuhmacher, der shcon seit Generationen chinesische Schuhe handbestickt....
Das Paar kostet ab 600 ringit aufwärts, das sind so ca. 150€ ... also eher nichts für mein budget... aber ein kleines erinnerungsfoto war das ganze mir schon wert.

Als Ausstellungsstücke hat er auch winzige, fast antike Schuhe in seinem Laden ... nicht für Kinder... sondern für reiche Chinesinnen, die sich als Kinder die Füße haben zusammen binden lassen –schluck, würg- sieht wirklich eklich aus. Die Praxis wurde 1911 verboten, aber einige der chinesinnen mit verkrüppelten füßen leben wohl noch (nein, damit kann man nicht mehr laufen... deswegen konnten es auh nur die reicheren chinesen machen).

Eine meiner Kolleginen hatte mir ein sehr gutes malayisch-chinesisches Restaurant empfohlen, wo ich meine Reise auch kulinarisch schön beschließen wollte.
Das Restaurant ist ziemlich beliebt, so dass natürlich alle Tische besetzt waren. Also setzte ich mich an einen Tisch, wo schon 3 Leute saßen... Leider hatte mir meine Kollegin nicht verraten, was man am besten essen sollte und die Karte half mir auch nicht so weiter. Daher frage ich meine Tischnachbarn, was sie mir empfehlen könnten und erhielt die simple Antwort: „alles“.
„Aber ich kann doch nicht alles bestellen!“
„Stimmt... Wie wärs denn, wenn du bei uns mit isst, wir schaffen sowieso nicht alles“

Und so kam es, dass ich mit 3 chinesich-stämmigen Malayen römisch-katholischen glaubens Hühnchen, Fisch, leckeres Gemüse und Kokosreis aß und wir uns über Gott (Religion in Deutschland) und die Welt unterhielten....
Als ich dem Mann ,der mit seiner Ehefrau und seiner Mutter gekommen war, meinen Teil der Rechnung in die Hand drücken wollte, wurde ich mit einem „God bless you“ abgeschmettert....Unglaublich nett! (naja, auch ein bisschen beschämend)
Witzig fand ich, dass der Anlass des Restaurantsbesuchs der Vatertag, der an dem Wochenende gefeiert wurde, war. Deswegen war das Paar auch nach Malakka gekommen. Nur fühlte sich der Vater wohl nicht so wohl, und so wurde sein Ehrentag ohne ihn in einem der besten Nonya-Restaurants gefeiert – ob ich wohl ein guter Ersatz war....? Seht selbst...

Also, trotz Erkältung ein schönes Wochenende, gesund bin ich geworden, aber so richtig zum Entspannen bin ich noch nicht gekommen

Sunday, 11. June 2006

Sonntag, 11/06: Ein verregneter Sonntagnachmittag...

Ausschlafen, so richtig schön faulenzen und sich mit allem viiiiiel Zeit lassen, französische Musik hören... das war mein Vormittag...

Um 1 habe ich caroline, eine Britin getroffen um zusammen mit ihr nach Changi zu fahren, einer so ziemlich weit im Osten Singapurs gelegenen Fast-Halbinsel.
Von dort aus kann man mit einem Boot in 10 min. nach Pulau Ubin fahren, einer kleinen, ländlichen Insel, die so wie Singapur vor 50 Jahren aussehen soll.

Ihr habt richtig gelesen: SOLL...Kaum saßen wir im Bus, fing es an zu regnen wie verrückt, so sehr, dass sogar die Reifen des Busses sehr seltsame Geräusche von sich gaben... Leider hat es sich dann so richtig eingeregnet, so dass wir uns erstmal Ponchos gekauft haben...
Half aber auch nichts, der Regen war so heftig, dass wir lieber nicht mit dem Boot übersetzen wollten....
Und was macht man in Singapur, wenn man ncihts besonderes zu tun hat? Richtig, essen! Changi Village ist stadtbekannt für ein indonesisches Gericht namens Nasi Lemak: Reis in verdünnter Kokosmilch gedünstet mit Sambal, Isin Bilik (getrockneten Anchovis), Ei, Gurke und Makrele, das Ganze kredenzt auf einem (Bananen-)blatt... superlecker...

Kleiner Einschub: wie gesagt, in Sing apore dreht sich alles um Essen und es gibt sogar so etwas wie eine Bibel der Food Lover:

Makan Sutra (nein, nicht Kama Sutra, das dachte ich anfangs auch...), was wohl soviel wie „endlos essen“ heißt.
In diesem Guide erwähnt zu werden, adelt jedes Restaurant, jeden Essenstand oder Imbiss: Es wird kein Unterschied zwischen teuren und sehr günstigen Etablissements gemacht, auch der kleinste Stand, der nur ein Gericht anbietet, kann erwähnt werden. Und so kommt es, dass einige Leute tatsächlich quer durch die Stadt fahren, nur um das ultimative Nasi Lemak mit Makrele zu bekommen....

Da das Wetter, obwohl wir aufgegegessen hatten, nicht viel besser wurde, entschieden wir uns, Changi Chapel anzuschauen, eine kleine, sehr einfache Kapelle, die von POW, Kriegsgefangenen, erbaut wurde.
Nachdem die Japaner im 2. Weltkrieg Singapore eingenommen hatten, haben sie einige Kriegsgefangenenlager auf der Insel errichtet, das größte von ihnen ist wohl Changi...
Das Museum, das sie um die (übrigens nachgebaute) Kapelle errichtet haben, hat sehr eindrucksvoll dargestellt, was vor, während und nach der Besetzung durch die Japaner (1942-45) los war. Die Japaner waren nciht gerade sehr angenehme Kriegsherren, vor allem gegenüber der chinesisch-stämmigen Bevölkerung. Erschießungen, Folter, Unterdrückung, Schikane und ständige Manipulation waren wohl (und das zeigt nciht nur dieses Museum) an der Tagesordnung. Die Japaner, die die vormalige britische Herrschaft und den starken chinesischen Einfluss zurückdrängen wollten, haben der Stadt sogar einen neuen Namen gegeben, Shonanto (Licht des Südens, oder so) und die Bevölkerung zum Japanischlernen verdonnert. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für sonderlich gute diplomatische Beziehungen zwischen den Ländern... aber das hat sich wohl geändert, wenn man bedenkt, dass das japanische Kaiserpaar dieses Wochenende zu Besuch in Singapur war.....

Übrigens, kaum waren wir mit der MRT in die Stadt zurückgefahren, wurde das Wetter auch wieder schön ....

Sonntag 11/6/06: Die Tücken des Einkaufens und Genießen auf Japanisch ;-)

Singapur ist für seine Shoppingzentren weltbekannt und selbst, wenn man nicht so gerne einkauft, kommt man kaum drum herum:

Ich hatte von einer Kollegin gehört, dass man im Carrefour, einem der großen (französischen) Supermärkte hier DEUTSCHES BROT kaufen könne.
Nach 7 Wochen im Lande habe ich schon ein bisschen Sehnsucht nach richtige schönem Graubrot... also machte ich mich auf den Weg nach SunTEcCity, wo sich ein großer Carrefour befindet. SunTecCity ist die Mall, die ich auch von meinem Fenster sehen kann (siehe Gallery), also fußläufig zu erreichen.

Leider hatte ich unterschätzt, wie groß SunTEcCity ist; ich habe geschlagene 2 Stunden gebraucht, um

1. mich durch das Einkaufscenter mit all seinen Klamotten-, Uhren-, Schuh- Läden zu kämpfen
Und irgendwie ist was Wahres dran am Angebot, das sich seinen Bedarf schafft. Nachdem man an 20 Läden vorbeigetigert ist, beginnt man doch nachzudenken, ob man nicht irgendwas braucht... ein T-Shirt, Schuhe, Hosen.. (braucht man immer .. vor allem in Singapore)
Kurz, der Konsumwahn war nahe dran, auch mich zu erfassen....

2. nachdem ich mich in den Carrefour gerettet hatte, kam die schwierigste Aufgabe : Wie schaffe ich es, vom 2. in den 1. Stock zu kommen, wo sich die Lebensmittelabteilung befindet. Ich musste 3 !!! Verkäufer fragen, weil der Carrefour einfach nur unübersichtlich ist (Wahnsin mit Methode...). Aber wenigstens konnte ich so etwas ähnliches wie deutsches Brot (Walnut Leaf) ergattern. Und da ich nun schon einmal da war, habe ich gleich noch europäischen Käse gesucht...Ich habe mich dann mit australischem Camembert begnügt, weil alle anderen Käsesorten zu horrenden Preisen feilgeboten wurden. Das gleiche gilt auch für bittere Schokolade (74%) und Haferflocken (was kann man schon sonst zum Frühstück essen ;-), die aber trotzdem Platz in meinem Einkaufskorb fanden.

Nach dieser Shopping-Tortur, für die ich eigentlich nur eine halbe Stunde brauchen wollte, gings im Regen zurück nach Hause, wo ich dann
endlich
leckeres Brot mit Käse und Bitterschokolade geniessen konnte... hmmmm... Ganz ehrlich, so ein bissschen Heimweh habe ich schon... aber nur ein bisschen...


Aber Singapur wäre nicht Singapur, wenn der Tag schon zu Ende wäre! Nach meiner nachmittäglichen Siesta (in der Zeit bin ich übrigens auch am besten per Skype erreichbar!!!)

Gings schon wieder los, dies mal zu einer

Japanischen Party:

Eine Freundin von Ally hatte gehört, dass ich – zumindest noch ein bisschen- Japanisch spreche und der japanischen Kultur nciht gerade abgeneigt bin und mich deswegen zu einer Party bei ihrem japanischen Freund eingeladen...
Eine Party in einem fantastischen Wohnung: das Wohnzimmer voller dunkler Korbmöbel, einem orientalisch angehauchtem Podest mit Hängematte, selbst gemalten Bildern ( wenn ich so malen, zeichnen oder wenigstens kneten könnte... wow) und es gab auch noch japanisches Essen:

Kare-Raisu (Japanisches Curry), Sushi, Teriyaki Chicken....(habe ich schon erwähnt, dass sich in Singapur alles ums Essen dreht?)...
Und –wie klein-die Welt mal wieder ist, einer der Mitbewohner des Japaners (das ganze ist eine WG) ist ein Türke aus... naaa, ratet mal... Karlsruhe , der bei Siemens arbeitet...

Es waren hauptsächlich Japaner da, also jede Menge Gelegenheiten, Japanisch ein bisschen aufzufrischen, obwohl ich gemerkt habe, dass ich mal wieder ein bisschen lernen muss, damit das Ganze nicht einschläft.
Um die WM kamen wir trotzdem nicht herum, aber zm Glück gab es auch ein paar Fußball-Ignoranten (Japan hat zum Glück nicht gespielt).

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